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Massagen gegen Koliken: Als Vorbeugung und Unterstützung bei Blähungen

Dieses Phänomen kennen leider viele Eltern: Nach dem Füttern weint das Baby, es hat Bauchschmerzen und Blähungen. Besonders in den ersten drei Lebensmonaten kommen die kolikähnlichen Schmerzen häufig vor, deshalb sprechen Kinderärzte und Hebammen auch von Drei-Monats-Koliken. Eine Massage kann helfen das Bäuchlein Deines Babys wieder zu entspannen. Wir gehen den Ursachen für Koliken nach und erklären dir hilfreiche Massage-Griffe.

Woran erkennst du Koliken?

Dein Baby weint und zieht die Beinchen an – das sind deutliche Zeichen, die auf Bauchschmerzen und Blähungen hinweisen. Der Bauch fühlt sich hart an, manche Kinder spucken, andere bekommen Durchfall oder pupsen. Der Schmerz tritt meistens unmittelbar nach dem Trinken auf. Gestillte Kinder leiden etwas seltener an Koliken, Stillen ist aber keine Garantie, dass es nicht zu Bauchschmerzen oder Blähungen kommt. Betroffene Kinder lassen sich nur schwer beruhigen, das Einschlafen gelingt oftmals nicht. Dann ist Hilfe gefragt! Bei Koliken ist eine Massage des Bauchs eine bewährte Unterstützung. Allerdings brauchst Du Kenntnisse über die richtigen Massagegriffe, die wir nachfolgend detailliert erklären. 

Die sanfte Bauchmassage bei einer Kolik

Bei Koliken ist die Massage eines der besten Mittel, um dem Baby Erleichterung zu verschaffen. Nimm Dir dafür Zeit und sorge für einen angenehmen Rahmen. Das Zimmer sollte wohltemperiert, aber nicht überheizt sein. Du kannst die sanfte Massage über der Kleidung ausführen, dabei kann das Baby den Body anbehalten. Manche Kinder reagieren auf jeden zusätzlichen Reiz eher negativ, wenn sie Schmerzen haben – dann wird auch das Ausziehen als störend empfunden. Wenn Du jedoch feststellst, dass Dein Kind nicht protestiert, kannst Du es auch ausziehen und nur die Windel anbehalten. 

Deine Hände sollten warm sein. Sorge ausserdem für eine weiche Unterlage und gedämpftes Licht. Wichtig ist auch die Ruhe, die Du ausstrahlst. Wenn Dein Kind Koliken hat, können Massagen und gezielte Zuwendung helfen! Dein Baby kennt Deine Stimme, also sprich leise mit ihm und erkläre, was Du machst. Es wird noch nicht viel verstehen, aber es spürt, dass Du ihm helfen kannst. Gut ist auch leises Singen oder Summen während der Koliken-Massage. 

Achtung: Mit dem Begriff „Massage“ verbinden viele Erwachsenen einen kräftigen Druck, mit dem Verspannungen gelockert und gelöst werden. Darum geht es bei der Babymassage nicht. Ganz im Gegenteil: Wer bei Koliken eine Massage durchführt, geht immer sehr behutsam, vorsichtig und zärtlich mit dem Baby um. Du kannst als Unterstützung ein Öl für Deine Hände verwenden. Das muss kein spezielles Massageöl sein. Babyöl ist gut geeignet, aber auch kaltgepresstes Olivenöl, Mandelöl, Jojobaöl oder Sesamöl. Wenn Du ein Öl benutzt, achte bitte darauf, wie die Haut Deines Kindes darauf reagiert. Falls sich Rötungen oder ausschlagähnliche Symptome zeigen, muss auf das Öl verzichtet werden. Das gilt auch für Öle mit krampflösenden Wirkstoffen, etwa Kümmel-, Fenchel- oder Anisöl. Das Öl darf ausserdem nicht kalt sein, sondern sollte Handtemperatur haben. 

Wenn Du merkst, dass sich der Bauch hart anfühlt, warte mit der Koliken-Massage noch ein wenig ab. Besser ist es, nur Deine warmen Hände auf den Bauch des Babys zu legen. Eine Massage könnte in diesem Fall schmerzhaft und unangenehm sein. 

Die Wasserrad-Massage

Bei der Wasserrad-Massage legt Du eine Hand unterhalb des Brustbeins flach auf den Bauch Deines Babys. Dann streichst du mit ganz leichtem Druck bis hinunter zum Schambein, die zweite Hand folgt von oben. Die fliessende Bewegung kannst Du mehrere Male wiederholen. Behalte Dein Baby dabei im Auge, so kannst Du schnell reagieren, wenn Du merkst, dass es sich unwohl fühlt – der Druck darf auf keinen Fall zu fest sein. 

Die Massage rund um den Nabel

Auch bei der Nabelmassage ist Sanftheit oberstes Gebot. Du ziehst mit den Fingerkuppen oder mit dem Daumen kleine Kreise um den Nabel, ungefähr sechsmal. Wie bei jeder Bauchmassage streichst Du im Uhrzeigersinn um den Nabel. Mit den Fingern sanft über den Bauchnabel sanft „spazieren“ kann ebenfalls entspannen.

Die Massage mit dem Sonne-Mond-Griff

Bei der Sonne-Mond-Massage führst Du im Uhrzeigersinn zwei kreisförmige Massagen im Wechsel aus, mit einer Hand über dem Nabel, mit der anderen Hand unter dem Nabel. Die diagonale Durchführung soll gleichzeitig entspannen und das Magen-Darm-System entlasten. Man vermutet, dass damit auch beide Gehirnhälften angeregt werden. 

Die sanfte Vibration zur Entspannung von Magen und Darm

Keine Massage im eigentlichen Sinne, aber recht hilfreich: Du legst Deine Hand flach über den Bauchnabel und lässt sie locker vibrieren, anschliessend unterhalb des Bauchnabels. Den Vorgang kannst Du mehrmals wiederholen.

Die Fussmassage

Wie bei erwachsenen Menschen kann auch bei Babys eine Fussreflexzonenmassage helfen. Natürlich ist der Druck bei einer Fussmassage sehr vorsichtig, aber Du darfst schon ein wenig sanften Druck ausüben. Die Fusssohle des Babys wird mit kreisenden Bewegungen von der Ferse bis zu den Zehen massiert, zuerst das eine Füsschen, dann das andere. Wenn Du siehst, dass sich Dein Baby mit der Fussmassage wohlfühlt, kannst Du sie gern mehrfach wiederholen. Die Aktivierung der Reflexzonen hat eine positive Wirkung auf Magen, Darm und Verdauung. 

Behutsame Yogaübung für Dein Baby

Bei vielen Babys hilft es, wenn Du die Knie – und manchmal auch die Arme – des Babys behutsam in Richtung Bauch führst und in dieser Position einige Sekunden lang hältst. Dadurch lösen sich oft Blähungen, und Deinem Kind geht es besser. 

Was sonst noch bei Koliken und Bauchschmerzen gut ist: Tee und Wärme

Fenchel, Kümmel und Anis sind Gewürze mit krampflösender Wirkung. Zwar brauchen Babys nicht unbedingt Zusatzgetränke, aber wenn sich die Koliken nach dem Trinken über mehrere Wochen hinziehen, lohnt sich ein Versuch mit Tee. Übrigens auch für stillende Mütter empfehlenswert! 

Wärme ist ebenfalls lindernd. Das kann deine Hand sein, die einfach ruhig auf dem Babybauch liegt, eine warme Decke oder ein Kirschkernkissen. Vorsicht, Wärmespender dürfen nie zu heiss sein! 

Oft hilft es auch, wenn Du Dein Baby im sogenannten „Fliegergriff“ trägst. Dabei liegt es in Bauchlage auf Deinem Arm. Das Köpfchen ruht in Deiner Armbeuge. Du kannst in dieser Haltung Dein Kind sanft hin- und herwiegen. Der leichte Druck auf den Bauch ist gut, um Blähungen und Spannungen zu lösen.

Warum kommt es überhaupt zu Koliken, Regulationsstörungen und Bauchschmerzen?

Das kann ganz verschiedene Ursachen haben. In den ersten Lebenswochen ist der Verdauungsapparat manchmal noch nicht vollständig ausgereift. Möglich ist auch, dass Dein Baby zu schnell trinkt und zu viel Luft schluckt. Deshalb ist nach dem Stillen oder Füttern mit der Flasche immer das Bäuerchen wichtig! Eine ruhige Umgebung ohne Störungen trägt ebenfalls dazu bei, dass sich das Trinkverhalten gut einspielt. 

Stillende Mütter sollten keine stark blähenden Speisen essen. Kohl, Zwiebeln, Lauch und Hülsenfrüchte sind nicht günstig. Die blähenden Inhaltsstoffe können über die Muttermilch den Darm Deines Babys belasten. Teilweise kann es auch vorkommen, dass Dein Kind fertige Babymilch nicht verträgt und – sehr selten – gibt es eine Unverträglichkeit der Muttermilch. Ob eine Unverträglichkeit vorliegt, kann Dein Kinderarzt klären.

Besser zum Kinderarzt: Symptome, die auf andere Probleme hindeuten können

Wenn Dein Baby nach dem Füttern nicht nur überschüssige Milch spuckt, sondern regelrecht erbricht, Durchfall oder Verstopfung hat, an Gewicht verliert oder Fieber hat, ist Dein Kinderarzt der richtige Ansprechpartner. Ärztinnen und Ärzte sowie Hebammen unterstützen und beraten Dich auch, wenn Du Dich unsicher fühlst: Handelt es sich „nur“ um Bauchschmerzen oder steckt etwas anderes dahinter? Lieber einmal zu viel nachfragen, dann bist Du selbst beruhigt, und Deinem Kind geht es bald wieder besser.

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